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MINDSPEED: MARKTANALYSE

01.09.2008
Von Diya Soubra, Marketing-Direktor von MINDSPEED TECHNOLOGIES Inc.

SOLLTEN MIT EINEM RESIDENTIAL-HOME-GATEWAY NICHT HÖHERE EINNAHMEN ZU ERZIELEN SEIN ALS MIT EINEM MOBILTELEFON? WIESO GELINGT ES DEN BETREIBERN NICHT, DIESE EINNAHMEN ZU ERZIELEN?

Seit mehreren Jahren bieten die Betreiber von Mobiltelefonnetzen ihren Benutzern weltweit die teuersten Mobiltelefone zum symbolischen Preis von 1 US-Dollar an, wenn sich die Kunden für ein bis zwei Jahre vertraglich an den Betreiber binden. Bisher hat dieses Modell einigermaßen gut funktioniert. Nahezu in allen Fällen werden die monatlichen Fixgebühren überschritten, weil die Benutzer Klingeltöne herunterladen, die Anrufquoten überschreiten, SMS- und MMS-Nachrichten verschicken, Musik herunterladen, usw. Um den Einkommensstrom in Gang zu halten, fügen die Betreiber ständig neue Dienste hinzu. Je umfassender die Dienste genutzt werden, desto höher die Einnahmen.

Derselbe Mobilfunkanbieter betreibt in den meisten Fällen auch einen Breitband-Geschäftszweig, in dem er aufgrund der fallenden Preise für Breitband-Internet-Abonnements kaum noch rentabel arbeiten kann. Anfangs wurden die Voice over IP Telefongespräche als separat zu zahlender Breitbanddienst angeboten, mussten dann jedoch in das Gesamtpaket integriert werden. Auch Fernsehen mittels IPTV war anfangs ein getrennt zu abonnierender Dienst, der inzwischen in das Breitbandangebot aufgenommen wurde. Mittlerweile werden die meisten Breitband-Internet-Abos als Dreierpaket (Triple-Play-Service) zu einem Preis angeboten, der dem eines Internet-Zugangs vor einigen Jahren entspricht. Der Benutzer hat heute über einen Hochgeschwindigkeitsanschluss Zugang zu unbegrenzter Sprechzeit mit kostenlosem oder sehr preisgünstigem VoIP, unbegrenztem Fernsehen mit IPTV und unbegrenztem Internet-Verkehr.

Für den Betreiber ist das Residential-Home-Gateway zu einem Kostenfaktor geworden, anstatt eine Quelle für zusätzliche Einnahmen darzustellen, wie dies beim Mobiltelefon der Fall ist. Noch schlimmer ist, dass dieses Dreierpaket die Kosten für den Support drastisch in die Höhe schnellen lassen, weil der Betreiber Fragen zum Heim-LAN beantworten muss, ohne Zugang dazu zu haben oder es kontrollieren zu können.

Es gibt mehrere Gründe dafür, dass die Residential-Gateways bisher keine zunehmenden Einnahmen generieren: ihre historische Entwicklung auf der Grundlage der DSL-Modems, die Verbreitung von ODM-Modellen und fehlende Weiterentwicklungen.

Der Markt der Home-Gateways muss umgekrempelt werden. Veränderungen scheinen zunächst immer schwer durchzusetzen. Zunächst einmal dürfen die Home-Gateways nicht länger als erweiterte DSL-Modems betrachtet werden, sondern müssen als Dienstleistungsplattform angeboten werden. Der Schwerpunkt muss von der reinen Routing-Technologie zu einer Mehrfachdienstleistung mit Pay-per-Use-Verfahren verlagert werden, damit mit diesen Systemen Einnahmen erzielt werden können.

Die Branche sollte sich aus zwei Gründen am Mobilfunkmarkt orientieren: Dieser liefert wertvolle Hinweise auf ein vorteilhaftes Geschäftsmodell und auf technische Verbesserungen. Die Mobiltelefone zeichnen sich dadurch aus, dass sie zumeist einen ARM-Core einsetzen und eine Art eingebettete virtuelle JAVA-Maschine für Anwendungen aufweisen. Es stellt sich nun die Frage: Warum sollte man nicht auch bei den Residential-Gateways den gleichen Ansatz wählen? Was das Geschäftsmodell anbelangt, so werden mit den Telefondiensten im Mobilfunk immer Einnahmen erzielt, die über die monatliche Grundgebühr hinausgehen. Wieso bietet der gleiche Betreiber über das Residential-Gateway, für das eine geringe monatliche Gebühr zu zahlen ist, die Möglichkeit zum Herunterladen einer unbegrenzten Zahl von Musikstücken an? Über das Handy wird für jedes einzelne Lied eine Gebühr eingehoben. Auch die Residential-Home-Gateways können – wenn sie entsprechend ausgerüstet werden – eine Quelle für zunehmende Einnahmen darstellen.

Der Netzbetreiber findet heute auf dem Markt zahlreiche ARM-gestützte Prozessoren, die er dazu einsetzen kann, den Erfolg des Mobiltelefon-Geschäfts zu wiederholen.

Der Comcerto 100 ist ein solcher ARM-Core-gestützter Prozessor, der von MINDSPEED TECHNOLOGIES speziell für Diensteanbieter entwickelt wurde. Der Comcerto 100 ist mit zwei ARM-Cores ausgestattet; besitzt die erforderlichen Schnittstellen und bietet ausreichend Prozessorleistung, um Triple-Play- und Pay-per-Use-Dienste auf Basis von JAVA-Plattformen zu unterstützen.

Die Diensteanbieter müssen die Hersteller dazu zwingen, ihre Strategie der schrittweise eingeführten Software-Updates für eine auf dem DSL-Modem aufbauende veraltete Software zu überdenken und ernsthaft Investitionen in innovative Breitbanddienste für den Heimbereich ins Auge zu fassen.

Für die FTTH-Technologie wird die Zeit knapp: Bestehen die Netzbereiter nicht jetzt auf Innovationen, so werden die FTTH-Home-Gateways lediglich erweiterte DSL-Gateways sein, bei denen massiv in Glasfaserleitungen investiert werden muss, während kaum Möglichkeiten zur Erhöhung der Einnahmen mit Diensten bestehen. Auch eine feste monatliche Gebühr für ein Triple-Play-Abo über Glasfaser wird den Anbietern keine ausreichenden Einnahmen garantieren, um die Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar für das Verlegen der Glasfasernetze wieder hereinzuholen.



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